Schneefräsen Wartung

Schneefräsen WartungWie alle Motoren müssen auch Schneefräsen regelmäßig gewartet werden. Kälte, Schnee, Eis und Streusalz sind für jede Maschine harte Arbeitsbedingungen. Markenhersteller wie z.B. MTD empfehlen eine Wartung alle 25 Betriebsstunden. Für viele reichen 25 Betriebsstunden um über den ganzen Winter zu kommen. Aber einige werden sich fragen wie sie die Schneefräse so oft in die Werkstatt bringen sollen. Alternativ zur Profi Werkstatt kann man natürlich die Schneefräse auch selbst warten.

Besonders vor der  Lagerung über den Sommer sollte jede Schneefräse gut gewartet werden damit sie kein Schaden nimmt und im nächsten Winter schnell einsatzbereit ist. Rost am Gehäuse aber auch Ablagerungen in Benzin und Öl Tank können die Einsatzbereitschaft der Schneefräse schwer beeinflussen. Im schlimmsten Fall auch eine größere Reparatur nötig machen. Schutzhüllen für Gartengeräte gibt es ab 12 € (siehe hier), je nach Schneefräsen Größe kann man auch Schutzhüllen die eigentlich für Gartenmöbel gedacht sind verwenden.

Hier beispielhaft die Wartung einer 9 PS Benzin Schneefräse. Gemäß diesen sehr ausführlichen Videos von Dino Pinch:

Jede Schneefräse ist natürlich einzigartig und man sollte die mitgelieferten Gebrauchsanweisungen und Wartungsunterlagen durchschauen. Dort sollte im Detail beschrieben sein welche Pflege die Schneefräse bedarf. Bei einer Elektro-Schneefräse muss natürlich kein Benzin abgelassen werden aber viele bewegliche Teile müssen trotzdem gepflegt werden.

Ich selber bin kein Schneefräsen Mechaniker, aber ich versuch die Infos so gut und einfach wie möglich wieder zu geben. Jeder sollte aber selbst einschätzen ob man die Schneefräsen Wartung selbst machen möchte. Beim ersten mal wird es einem schwer und komplex vorkommen aber wenn man alle Werkzeuge und Hilfsmittel zur Hand hat kann man in 30 – 60 Minuten fertig sein.

1. Reifendruck überprüfen:

Schneefräsen Reifendruck und Schneeketten überprüfenWenn die Schneefräse über Monate auf platten Reifen sitzt entstehen Druckstellen und die Reifen werden weniger lang halten. Besser also die Schneefräse so lagern, dass die Räder nicht belastet werden oder die Reifen gut aufpumpen bis zum maximalen Reifendruck. Der maximale Reifendruck steht meist auf der Seite der Reifen drauf. Luftpumpen mit Druckanzeige gibts für 15-35 € (siehe hier)

2. Schneeketten abnehmen:

Brauchen meist keine Wartung, man sollte lediglich darauf achten das die Räder nicht direkt auf der Kette stehen. Schneeketten sind extrem nützlich besonders wenn die Schneefräse über ein eigenen Antrieb verfügt. Ohne Schneekette drehen die Räder beim Anfahren schnell durch. Scheeketten für Schneefräsen gibt es ab 20€ (siehe hier)

Schneeketten halten natürlich auch länger wenn sie Sauber und trocken gelagert werden. Also von Schmutz, Schnee und Salz reinigen, gut trocknen lassen und dann am besten zusammen mit der Schneefräse einlagern.

3. Auswurf Stellmechanik:

Das Verstellen des Auswurfskanals funktioniert bei vielen Schneefräsen mit Zahnrädern. Diese sollten auf leichtgängigkeit überprüft und mit einem WartungsSpray (Silikon oder anderem Mittel) gepflegt werden. Wartungsspray gibts für 7-10 € (siehe hier)

Wer den Auswurf gut reinigt und mit einer Silikon oder Nanobeschichtung versieht, kann den Schnee weiter werfen und Verstopfungen des Auswurfs bei Schneematsch verhindern.

4. Fräse und Gebläse überprüfen:

Schneefräsen Fräse und GebläseUm sicher zu stellen das sich kein Müll in der Frässchnecke oder Gebläsezylinder verfangen hat, womöglich Schnüre, Drähte welche beim nächsten Einsatz die Mechanik blockieren. Auch sollte man schauen ob die Fräse Brüche oder sonstige Ermüdungserscheinungen aufweist.

Bei Zweistufingen gibt es neben der eigentlichen Frässchnecke noch eine Schnecken welche dafür sorgt, dass der Schnee weiter ausgeworfen werden kann. Diese muss auch überprüft und gewartet werden.

5. Gleitlager Schmierstoff:

Viele Fräsen haben im zentralen Zylinder (auf dem Bild zwischen den Fingern und der „Fräse“ Beschriftung zu sehen) einen oder mehrere Schmiernippel welche mit Schmierstoff durch eine Fettpresse versorgt werden müssen. Diese liegen meist auf dem Zentralzylinder der Schneeschnecke links und rechts des zentralen Getriebe (vielleicht der falsche Begriff). Zum auffüllen zunächst den Schmiernippel von Außen von Dreck befreien damit man kein Schmutz mit dem Schmierstoff einbringt. Dann mit einer Fettpresse das Schmiermittel reinpressen bis es ein wenig überläuft. Einmalhandschuhe sind für diese Arbeit empfehlenswert. Fettpressen gibt es ab 14 € (siehe hier)

6. Fräsen (Walzen) Getriebe:

Überprüfen ob Schmiermittel aus dem Schnecken Getriebe austritt. Gegebenenfalls auslassen und ersetzen.

7. Fräsen Gleitkufen überprüfen:

Schneefräsen Gleitkufen und AußengehäuseÜberprüfen ob die Kufen (zur Verstellung der Räumhöhe der Schnecke) in Ordnung sind. Die Fräse soll ja nicht den Boden weg fräsen sondern nur den Schnee. Deshalb sind die Gleitkufen sehr wichtig. Bei Elektrischen Modellen sind die Fräsen jedoch oft mit Gummilippen ausgestattet, so dass diese nicht so sehr auf Kufen angewiesen sind. Wer aber auf losem Boden oder Kies Schnee räumen möchte sollte die Kufen unbedingt entsprechend einstellen, sonst fliegen einem schnell Boden und Steine um die Ohren und machen die Schneefräse kaputt. Die Unter- und Vorderseiten der Kufen können sich mit der Zeit abnutzen, so dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Auch sollte überprüft werden ob die höhe und Ausrichtung der Kufen noch stimmt, gegebenenfalls nachstellen. Universal Ersatz Gleitkufen gibt es für ca. 30€ (siehe hier)

8. Außengehäuse reinigen:

Wasser und Salz sind pures Gift für Metall, manchmal werden Schneefräsen in feuchten Geräteschuppen übersommert. Damit die Schneefräse nicht langsam vor sich hin rostet sollte die Schneefräse gereinigt werden und eventuelle Roststellen vor dem einlagern entsprechend behandelt werden. Es gibt Farbe die man sofort auf den Rost auftragen kann. Alternativ Rost abschleifen und dann streichen. Optional nur die stellen oder großflächiger. Rostumwandler gibt es schon ab 4-5 € (siehe hier)

9. Ölwechsel:

Wenn die Schneefräse für mehrere Monate steht könnten sich Partikel im verdreckten benutzen Motoröl absetzen und beim nächsten Einsatz zu Problemen führen die dann eine teure Reparatur benötigen. Also besser vor dem einlagern das benutzte Öl komplett ablassen (Öl-Auffangwanne). Am besten Pappe oder sonst etwas unterlegen um potentielle Öl Katastrophen zu verhindern. Die Schneefräse auch leicht kippen um möglichst das gesamte Öl auslaufen zu lassen. Dann den Öltank mit frischem Öl füllen. So ist die Schneefräse für den nächsten Winter vorbereitet. Ein Liter Öl für Schneefräsen gibt es ab 12 € (siehe hier).

10. Zündkerze reinigen:

Schneefräsen Zündkerze reinigen und überprüfenZündkabel vorsichtig abziehen, Zündkerze herausdrehen (gegen den Uhrzeigersinn), dann die Elektroden und das Gewinde mit Drahtbürste reinigen. Sicherstellen das der Abstand zwischen den beiden Elektroden optimal ist (abhängig von der jeweiligen Zündanlage). Optional noch etwas Kupfer- oder Bleipaste auf das Gewinde (aber nicht zu viel, sonst verkleben hinterher die Elektroden).

Anschließend vorsichtig mit den Fingern reindrehen und darauf achten, dass das Gewinde nicht schief greift. Erst mit Schraubenschlüssel 1/4 nachziehen wenn man per Hand fest gedreht hat. Wenn man die Zündkerze schief mit Gewalt (Hebelkraft durch Schraubschlüssel) rein dreht kann man das Innengewinde (quasi des Motors) beschädigen und dadurch eine sehr teure Reparatur nötig machen. Ersatz Zündkerzen gibts meist für unter 3 € (siehe hier)

11. Benzin ablassen:

Kraftstoffgemische wie Benzin sind nur begrenzt haltbar. Das kommt daher, weil einige Bestandteile verdunsten und die überbleibenden Stoffe einen schmierigen klebrigen Film bilden. Wenn das im Motor, Benzintank und Leitungen passiert kann dies bei der nächsten Inbetriebnahme zu Problemen führen die eine teure Profi Wartung nötig machen.

Schneefräsen Benzintank ablassenEs gibt Kraftstoffadditive welche den Krafstoff bis zu 6 Monate zündfähig halten. Das reicht aber nicht unbedingt vom Frühjahr bis zum nächsten Schneesturm. Sicherer ist es den Tank, Leitungen und Vergaser zu leeren. Man wird es aber nie schaffen jeden letzten Tropfen raus zu lassen. Deshalb, wenn man auf ganz Nummer Sicher gehen möchte, sollte man zunächst ein Krafstoffadditiv in den Tank geben (Schneefräse bissl wippen oder schütteln zum vermischen) und den Motor einige Minuten laufen lassen damit das Kraftstoffgemisch mit dem Additiv in allen Motorteilen und Leitungen ist bevor man den Kraftstoff ablässt. Falls nach dem entleeren irgendwo noch etwas Kraftstoff verbleibt, sind die paar Tropfen durch das Additiv trotzdem geschützt. Wenn der Motor läuft wird gleichzeitig das gewechselte saubere Öl in den Motor eingebracht. 250ml Additiv bzw. Stabilisator gibt es ab 7 € (siehe hier).

Um das Benzin aus dem Tank abzulassen je nach Schneefräse kann man einfach den Benzin Zuleitungsschlauch vom Tank abziehen und das Benzin auffangen. Gleichzeitig kann das Benzin aus dem Schlauch laufen. Wer eine lange Zange hat und wirklich jeden Tropfen erwischen will, kann mit einer langen Zange und einem Papiertuch den Boden auswischen. Schneefräsen Vergaser-Ablassventil(wer denkt Austrocknen lassen ist doch einfacher, noch mal der Hinweis: das ist ja genau was man verhindern möchte das die Flüchtigen Bestandteile nur die zähnen Klebrigen zurücklassen.) Der abgelassene Treibstoff kann z.B. in einem Laubsauger/ Bläser verbraucht werden.

Noch wichtiger ist den Treibstoff aus dem Vergaser raus zu lassen da dort klebrige Kraftstoffrückstände mehr schaden anrichten können und schwieriger zu reinigen sind als im Tank. Der Kraftstoff kann am Vergaser durch die Vergaser-Ablassschraube oder ein Ventil abgelassen werden. Vergaser Reiniger gibt es ab 6€ (siehe hier)

Hinweis: Beim ersten Schnee gibt es immer wieder die Frage: Wieso springt die Schneefräse nicht an? Häufigste Ursache: Weil der Treibstoff über den Sommer im Vergaser und Tank gelassen wurde. Die Klebrigen Rückstünde setzen Schläuche und Kraftstoffzufuhr in die Brennkamer des Vergasers zu.

12. Tipp: Achsen Scherbolzen:

Gute Schneefräsen verfügen ein Achsen Sicherheitsstift welcher als Sollbruchstelle dient. Besser dieser Stift bricht statt die ganze Achse wenn die Schneefräse stecken bleibt. Wenn man aber gerade eingeschneit ist und der Stift bricht ist es sinnvoll wenn man ein Ersatz-Sicherheitstift zur Hand hat. Im Schneechaos ist es meist schwer die Schneefräse zur nächsten qualifizierten Schneefräsen Werkstatt zu bringen. Im Video erwähnt Dino das er es auch mal mit einem Nagel versucht hat statt original Sicherheitsstift, aber die halten meist nicht lang. Wichtig ist auf jeden Fall das was auch immer man verwendet eher bricht als die Achse selbst. Scherbolzen gibt es je nach Modell ab 10€ (siehe hier).

Hinweis: Alle Bildrechte (picture rights) liegen bei Dino Pinch, da alle Bilder Screenshots aus seinem Video sind.